Personenfreizügigkeit wirkt sich positiv auf Schweizer Löhne aus

Manche grenznahe Regionen sind tendenziell skeptisch gegenüber Grenzgängern. Rechtskonservative Kreise behaupten immer wieder, ein steigendes Angebot von Arbeitskräften bringe bei gleichbleibender Nachfrage tiefere Löhne und würde erst noch Einheimische vom Arbeitsmarkt verdrängen. Ihr Allheilmittel, um dieses Problem zu lösen: Die Kündigung des Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Doch neue Zahlen sagen etwas anderes. Wie eine Studie von KOF-Ökonomen zeigt, ging in Grenzregionen im Schnitt weder die Beschäftigung der Einheimischen zurück, noch sanken deren Löhne. Vielmehr profitierten gut qualifizierte Schweizerinnen und Schweizer von den Grenzgängern: Ihre Löhne nahmen im Vergleich zu denjenigen in grenzfernen Regionen um zusätzliche 5 Prozent zu.


Mehr Stellen und höhere Löhne für gut qualifizierte Inländer

Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung? Noch vor Einführung der Personenfreizügigkeit haben beispielsweise IT-Firmen oder Pharmaunternehmen immer wieder geklagt, der fehlende Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften behindere ihre Entwicklung. Erst mit der Liberalisierung bei Grenzgängern konnten sie ihre Fühler nach hochqualifizierten Fachkräften im benachbarten Ausland ausstrecken. Zudem investierten und forschten sie mehr. Dies blieb nicht unbemerkt: In grenznahen Regionen wurden mehr Firmen gegründet und bereits bestehende reichten mehr Patente ein. Dies hatte einen positiven Effekt für Schweizer Arbeitnehmende. Denn wo nun neue Unternehmen entstehen oder wachsen, sind auch mehr Managementaufgaben gefragt. Und diese Stellen werden gemäss Studie besonders oft mit Einheimischen besetzt, was sich positiv auf deren Löhne auswirkt.


Kündigungsinitiative schadet unseren Unternehmen zusätzlich

Mit der Personenfreizügigkeit verhält es sich ganz ähnlich wie mit den Grenzgängern: Wer in die Schweiz einreist, ergänzt den hiesigen Arbeitsmarkt, gibt zusätzlich aber auch sein Geld hier aus, was wiederum den Wohlstand stärkt. Wieso wir vor diesem Hintergrund – und ausgerechnet mitten in einer Wirtschaftskrise – das für die Schweiz wichtige und bewährte Abkommen aufs Spiel setzen, ist weder sinnvoll noch nachvollziehbar. Doch die Kündigungsinitiative tut genau dies. Sie will die Personenfreizügigkeit mit der EU beenden. Eine Annahme würde die Wirtschaft daran hindern, nach der Corona-Krise wieder an Fahrt aufzunehmen. Damit werfen wir nicht nur unseren Unternehmen einen zusätzlichen Knüppel zwischen die Beine, sondern gefährden damit auch unseren eigenen Erfolg. Deshalb engagiert sich stark+vernetzt für ein Nein zur schädlichen Kündigungsinitiative.

Mehr Infos zur Studie gibt's hier. 


Dieser Beitrag erschien erstmals im Blog von stark+vernetzt

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